„Menschen auszugrenzen ist Kacke!“


Von Ann-Kathrin Landzettel
Spannung liegt in der Luft: Denn das Treffen ist zugleich auch eine kleine Generalprobe. Am 7. und am 12. Juni soll alles stimmen. Dann nämlich bieten die Schüler*innen der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus“ der Albert Schweizer-Schule in Groß-Zimmern gemeinsam mit dem Tutoren-Team des Projekts „Studium + M“ des Studierendenwerks Darmstadt vier Workshops für Mitschüler an. Das Ziel: Schubladen in den Köpfen aufzeigen – und so ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus und Diskriminierung.
Smilie guckt aus Schublade hervorDoch bis es soweit ist, liegt noch eine Menge Arbeit vor dem siebenköpfigen Schüler-Team, ihrem Lehrer Sven Dwelk, den fünf Tutor*innen und Christina Wendt, die das Projekt „Studium + M“ leitet. Der Ablauf muss besprochen werden und der Zeitplan passen. Auch die geplanten Übungen brauchen einen Probelauf. Hinzu kommen organisatorische Abstimmungen an der Schule und die Planung des Arbeitsmaterials, darunter Plakate und Flyer. Jeder macht mit, jeder bringt sich ein. Manche Ideen werden verworfen, neue entwickelt. „Langsam steigen die Vorfreude und auch die Spannung“, sagt Dwelk, der den Arbeitskreis mit ins Leben gerufen hat. „Das ist ein ganz besonderes Projekt. Die Schülerinnen und Schüler haben viel Energie und Zeit dafür aufgewendet. Und auch organisatorisch waren einige Hürden zu meistern. Es ist wirklich toll, so viel Einsatz zu sehen – und mitzuerleben, wie sich aus einer Idee und viel Motivation schließlich ein kompletter Workshop entwickelt hat.“
„Jeder sollte so akzeptiert werden, wie er ist“
Für sie alle sind die Workshops ein wichtiges Puzzelteil im Kampf gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt. Dafür setzen sie sich ein. „Ich bin total gegen Rassismus“, sagt etwa die 13-jährige Yara, die das jüngste Teammitglied ist. „Menschen auszugrenzen, nur weil sie anders aussehen oder eine andere Herkunft haben, ist total Kacke!“ Yara wünscht sich ein faires Miteinander, bei dem jeder respektiert wird – egal wo er herkommt. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, möchte sie ihre Mitschüler mit ihren Vorurteilen und Schubladen im Kopf konfrontieren und zum Nachdenken anregen. „Deswegen mache ich bei diesem Projekt mit. Weil ich gegen Diskriminierung kämpfen will. Und weil ich zeigen will, dass man andere nicht ausgrenzen darf. Jeder sollte so akzeptiert werden, wie er ist“, betont Yara. Außerdem hofft die Schülerin, mit den Workshops das Interesse ihrer Mitschüler zu wecken. „Unser Team kann Unterstützung gebrauchen. Es wäre toll, wenn noch mehr mitmachen. Mit diesem Projekt kann man wirklich viel bewegen.“ Auch die Zusammenarbeit mit dem Tutoren-Team des Projekts „Studium + M“ schätzt Yara. Man helfe sich gegenseitig, sei füreinander da und lerne viel von den Erfahrungen der anderen. „Das Tutoren-Team ist ein wichtiger Wegweiser für uns“, sagt sie.
Mitstreiter*innen für das Projekt sind willkommen
Auch Schülerin Paula steht zu 100 Prozent hinter dem Projekt: „Ich möchte anderen helfen und finde soziales Engagement sehr wichtig. Dazu gehört auch, immer wieder klar zu machen, dass Rassismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft nichts verloren haben. Zusammenhalt ist wichtig. Wir sind alle Menschen und sollten fair miteinander umgehen“, betont die 16-Jährige. Auch sie findet die enge Zusammenarbeit mit dem Tutoren-Team klasse. „Es ist toll, dass sich alle so viel Zeit für das Projekt nehmen und wir so eng zusammenarbeiten und so ehrlich sein können. Wir sind alle auf der gleichen Ebene und nehmen uns ernst. Das ist schön.“ Für die Workshops an ihrer Schule wünscht sich Paula, dass ihre Mitschüler Spaß haben. Und dass das gemeinsam Erarbeitete in den Köpfen ein Umdenken bewirkt. „Es wäre viel erreicht, wenn so manche Schublade danach bewusster wird und vielleicht sogar geschlossen werden kann. Jeder sollte so respektiert werden, wie er ist. Und vielleicht bekommt der ein oder andere sogar Lust, sich ebenfalls zu engagieren.“
„Schule gegen Rassismus“: Ein Projekt mit Zukunft
Das wünscht sich auch Sven Dwelk: „Es wäre super, wenn wir mit diesem Projekt langfristig etwas bewegen könnten“, sagt er. „Und dass nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer die Sinnhaftigkeit erkennen und vielleicht auf uns zukommen und für die eigene Klasse Interesse an den Workshops zeigen. Es ist wirklich wünschenswert, dass diese wie ich finde wirklich wichtige Idee einen größeren Rahmen bekommt. Das würde in Zukunft den fairen Umgang der Schüler untereinander deutlich stärken.“

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