Neue Kooperation mit Bonner Jugendzentren


Auch Haupt- und Realschüler haben ein Ziel vor Augen: Studieren.

Schon seit längerem haben wir uns die Frage gestellt, wie wir es schaffen können, Jugendliche außerhalb der Oberstufe mit unserem Anliegen zu erreichen. So entstand die Idee, nicht nur an Schulen den Kontakt zu Jugendlichen zu suchen, sondern auch aktiv auf Jugendzentren zuzugehen.

Ein Tag mit „K7“

Zuerst haben wir uns vom Projekt mit Jugendlichen des Jugendzentrums aus Bonn-Bad Godesberg „K7“ getroffen, die die Hauptschule besuchen und auf dem Weg sind, ihre Qualifikation für das Abitur zu erwerben. Gemeinsam verbrachten wir mit den insgesamt 16 Jugendlichen und drei von unseren Bildungsvorbildern einen Tag zusammen.

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Bildungsvorbild Long (rechts) erzählt seine Geschichte. (Foto: Studierendenwerk Bonn)

Zunächst wurde das Studierendenwerk mit seinen Leistungen vorgestellt, wie z.B. BAföG als eine Finanzierungsmöglichkeit von vielen oder das Wohnen in einem Studentenwohnheim. Anschließend folgte das Highlight des Tages: die Vorträge unserer Bildungsvorbilder. Gespannt hörten die 16 Jungen und Mädchen im Alter von 16 Jahren zu, wie sich unsere Bildungsvorbilder ihren Weg ins Studium erkämpft haben. Dabei konnten sie sich in vielen Momenten wiederfinden, als z.B. eines unserer Bildungsvorbilder erzählte, dass auch er damals die Hauptschule besucht, sich seinen Weg ins Studium hart erkämpft hat und aktuell an seiner Masterarbeit schreibt.

Ein anderes Bildungsvorbild erzählte, wie seine Lehrer nicht an sein Potential geglaubt haben und er dadurch die Motivation verlor, für die Schule zu lernen – dies hatte zur Folge, dass er die Schule mit einer sehr schlechten Abiturnote abgeschlossen hat. Wie seine akademische Situation heute aussieht? Er ist Doktorand in der Chemie. Diese und viele weitere Geschichten inspirierten die 16 Schülerinnen und Schüler. Motiviert durch die Vorträge schickten wir die Jugendlichen in drei Gruppen mit einem Bildungsvorbild auf die Rallye. Auf diesem Wege lernen sie die Uni und ihre verschiedenen Standorte spielerisch und aktiv kennen – vom Studierendensekretariat, über die Mensa bis hin zur BAföG-Zentrale wurde alles abgedeckt. Beim abschließenden Mittagessen in der neuen Mensa des Studierendenwerks Bonn „CAMPO“ auf dem Campus in Poppelsdorf, nutzten sowohl die Jugendlichen als auch wir die Gelegenheit, sich über den Tag auszutauschen.

Mit dem Jugendzentrum „Die Brücke“ aus dem Bonner Stadtteil Tannenbusch hatten wir sogar das Glück noch enger zusammen zu arbeiten. In den Herbstferien organisierten wir für die 12 Schülerinnen und Schüler der Realschule in Tannenbusch einen dreitägigen Workshop, an dem sie freiwillig teilgenommen haben.

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Nicht nur Liebe, sondern auch Motivation geht durch den Magen. (Foto: Studierendenwerk Bonn)

Tag eins – Kennenlernen und Pizza

Drei Bildungsvorbilder und wir trafen die Jugendlichen in ihrem Jugendzentrum. Der erste Tag sollte dazu dienen, sich untereinander besser kennenzulernen. So stellten wir zunächst das Projekt mit unseren Zielen vor. Anschließend erzählten auch hier wieder unsere Bildungsvorbilder von ihrem Weg ins Studium und auf welche Hürden sie dabei gestoßen sind. Nach und nach öffneten sich die Jugendlichen uns gegenüber, indem sie uns Fragen stellten und ihre Gedanken bezüglich des Studiums äußerten. Da das Hauptziel für den Tag aber das lockere Kennenlernen war, schafften wir durch ein spannendes Kicker-Turnier schließlich ein lustiges und entspanntes Gruppenklima. Abschließend bei Pizza und Softdrinks verabschiedeten wir uns alle für den ersten Tag.

Tag zwei – Essen wie echte Studenten

Nicht mehr fremd und schon einander vertraut, haben die Teenager am nächsten Tag mittags vom Jugendzentrum abgeholt, um gemeinsam zur Mensa nach Poppelsdorf zu fahren. Gestartet haben wir also den zweiten Workshop-Tag mit einem Mittagessen in der Mensa „Campo“ – es gab leckere Pasta und saftige Burger. Beeindruckt von der Uni-Mensa und der Menge an Studierenden, die dort täglich essen, ging es anschließend auch für die Jugendlichen auf zur Rallye. Für drei Gruppen in Begleitung eines Bildungsvorbilds ging es auf Entdeckungstour. Nach der Rallye trafen wir uns alle im Café des Studierendenwerks wieder und haben nach einer kleinen Feedbackrunde auch den zweiten Tag erfolgreich hinter uns gebracht.

Tag drei – Wohnheim

Zum krönenden Abschluss haben wir uns für die Schülerinnen und Schüler noch etwas Schönes überlegt: In ihrem Stadtteil Tannenbusch bietet das Studierendenwerk eine neue Wohnanlage für Studierende, die ihren Erstbezug im August 2016 feierte. Die Hausverwalterin und die Haustutorin zeigten den Jugendlichen, wie sie vielleicht schon in naher Zukunft als angehende Studierende leben könnten. Bei diesem Rundgang wurden wir von einem Journalisten des General-Anzeigers Bonn begleitet, der seine Anerkennung für dieses Projekt und die Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum in einem Artikel zum Ausdruck brachte. Begeistert von den Räumlichkeiten des Wohnheims wurden direkt erste Finanzierungspläne für die Wohnung geschmiedet. Diese verfestigten sich, als wir beim abschließenden Abendessen im Gemeinschaftsraum des Wohnheims, wichtige Finanzierungsmöglichkeiten, wie z.B. das BAföG vorgestellt und erklärt haben. Schließlich ist die Zeit gekommen, sich zu verabschieden. Der Abschied fiel uns allen sehr schwer, denn nach drei Tagen, die man intensiv zusammen verbracht hat, hat man sich schnell aneinander gewöhnt und einander lieb gewonnen.

(v.l.n.r.): Wolfgang Bitter (Jugendzentrumsleiter "Die Brücke"), Bildungsvorbilder Vidura, Tien, Sebastian, Sibel Sümer (Projektkoordinatorin). (Foto: Studierendenwerk Bonn)

(v.l.n.r.): Wolfgang Bitter (Jugendzentrumsleiter „Die Brücke“), Bildungsvorbilder Vidura, Tien, Sebastian, Sibel Sümer (Projektkoordinatorin). (Foto: Studierendenwerk Bonn)

Nach diesen beiden Terminen haben wir für uns festgestellt, wie motiviert und interessiert die Jugendlichen der Jugendzentren waren – dadurch ist uns deutlich geworden, wie wichtig es ist, auch Jugendliche aus anderen Schulformen zu betreuen. Gerade diesen Mädchen und Jungen sind auf externe Beratungsmöglichkeiten angewiesen, da ihnen dieser Input zum Thema fehlt und sie keine Erfolgsbeispiele aus ihrem Umfeld kennen. Wir freuen uns, dass wir den Startschuss für diese Kooperation gemacht haben und freuen uns schon auf weitere gemeinsame Termine!

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