Praktikum „Quer durch alle Studiengänge“


Eher spontan als geplant, ergab sich ein zweiwöchiges „Schnupperstudium“ bzw.  „Schnupperpraktikum“ mit acht SchülerInnen der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule.

Eine Vertrauenslehrerin, mit der wir seit unserem ersten Schülerprogrammtag regelmäßig in Kontakt stehen, hat uns von einigen ihrer SchülerInnen berichtet, die trotz großer Bemühungen keine Praktikumsstelle im Rahmen ihres Berufsorientierungspraktikums am Ende der 11. Klasse bekommen haben.

Da die Praktikumsphase kurzfristig bevorstand, mussten wir sehr schnell agieren und ein alternatives Programm aufstellen, um die acht SchülerInnen zu beschäftigen.

Foto: Studierendenwerk Bonn

Foto: Studierendenwerk Bonn

 

Im Ergebnis stand dann fest, dass die SchülerInnen statt eines Berufspraktikums, zwei Wochen lang ein „Schnupperstudium“ absolvieren sollten. Unsere Bildungsvorbilder haben sich dazu bereit erklärt, sie bei der Suche von Vorlesungen und Seminaren, bei der Erstellung eines Stundenplans zu unterstützen und die SchülerInnen in den zwei Wochen zu begleiten.

Die SchülerInnen sollten sich vor dem ersten Treffen mit den Bildungsvorbildern überlegen, für welches Studienfach sie sich interessieren. Auffällig war, dass viele die Fächer wählten, die sie als Schulfächer kennen, also Englisch, Geschichte, Sportwissenshaften oder Musikwissenschaften. Doch bereits durch das erste Gespräch mit den Bildungvorbildern konnte das Interesse an unterschiedlichsten Studienfächern erweitert werden, sodass die SchülerInnen sich teilweise dazu entschlossen haben in 5-6 Fächer „hineinzuschnuppern“.

Foto: Studierendenwerk Bonn

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Es war höchst spannend im Abschlussgespräch zu erfahren, dass allein dieser kleine Einblick hilfreich war. Das zeigt auch das Ergebnis unseres Feedbackfragebogens. Alle SchülerInnen sind der Meinung, dass das begleitete „Schnupperstudium“ ihnen gut bis sehr gut in Bezug auf die Konkretisierung der Studienwünsche geholfen hat.

Da wir der Meinung sind, dass Ziele frühzeitig gesteckt werden müssen, um motivieren zu können, haben wir außerdem Stipendiate der Hochschulgruppe „StipendiumPlus“ eingeladen, die einen kurzen Vortrag zum Thema Stipendien gehalten haben. Da die SchülerInnen noch zwei Schuljahre vor sich haben, können sie noch alles geben, um einen Abschluss mit einem möglichst guten Abiturdurchschnitt zu erreichen. Natürlich haben wir auch dieses Mal wieder die Leistungen unseres Studierendenwerks vorgestellt.Das Programm wurde durch ein gemeinsames Mensa-Essen abgerundet, durch das alle noch einmal ins Gespräch kommen konnten.

Vertrauenslehrerin:  „Die Schüler meinten sogar, dass so ein Praktikum eigentlich Pflicht für jeden Oberstufenschüler sein müsste.“

Da das Schnupperstudium gut ankam, werden wir uns noch einmal mit der Vertrauenslehrerin zusammensetzen und gemeinsam überlegen, ob und in welchen Rahmen solch ein Programm realisierbar ist.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht.


Über Bahar Çakir | Studierendenwerk Bonn

Seit meinem Masterstudium Interkulturelle Kommunikation und Bildung an der Universität zu Köln weiß ich: Vielfalt ist eine immense Bereicherung für Deutschland. Meine größte Motivation für das Projekt kommt aber durch meine eigene Biographie. Dass meine Hauptschulempfehlung mich nicht aufgehalten hat das zu machen, was mich fasziniert, lag daran, dass ich Menschen kannte, die immer an mich geglaubt haben. Ich will Menschen dazu ermutigen zu sagen „Ich kann, ich will, ich werde“.

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