Vier Monate „Vielfalt leben – vom ihr zum WIR“ – ein Rückblick und Ausblick


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Was hat sich seit dem „Kick-Off-Meeting“ im März in Berlin getan? Welche Erkenntnisse haben wir bisher gewonnen?

Wir haben mit unterschiedlichen Akteuren aus dem universitären Bereich, der Stadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt/Dieburg, dem Staatlichen Schulamt, der Interessensgemeinschaft Migrantenselbstorganisation Darmstadt, mit inteGREATer e.V., Arbeiterkind e.V. und weiteren Vertreter_innen verschiedener caritativer Institutionen Kontakt aufgenommen und sehr gute und ergiebige Gespräche geführt. Die Türen waren und sind stets weit geöffnet, das zeigt sich auch daran, dass wir inzwischen mit einigen der Akteure zusammen arbeiten und uns ergänzen.

Hier ein paar Beispiele:

  •  Bei einem Elterninformationsabend  „ Heute Schülerin – morgen Studentin“, ausgerichtet vom Frauenbüro der TU Darmstadt, konnten sich Eltern und ihre Töchter am 27. Mai einen ausführlichen Überblick über Studiengänge und Berufe im MINT-Bereich verschaffen. Das Thema Studienfinanzierung wurde ebenfalls behandelt.
    Zwei Studentinnen mit Migrationshintergrund, Egemen Yilmaz und Tasnim Haikal, die im Projekt „Vielfalt leben – vom ihr zum WIR“ engagiert mitwirken, haben sehr lebendig über ihren Weg von der Schule zum Studium berichtet. Egemen studiert Informatik, Tasnim Elektrotechnik. Beide Studiengänge führen nach landläufiger Auffassung in klassische Männerberufe. Beide Studentinnen sind seit mehr als einem Jahr in unserem „Interkulturellen Tutoren Team“ (ITT) tätig

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  • Inzwischen besteht dieses Team aus 30 Studierenden, sowohl aus deutschen mit als auch ohne Migrationshintergrund und natürlich aus vielen internationalen Studierenden. Dieses Team ist in vielerlei Hinsicht eine große Stütze und Bereicherung für unser Projekt „Vielfalt leben – vom ihr zum WIR“, weil wir dadurch die Chance haben, auf die Erfahrungen der Studierenden zurückzugreifen. Sie sind Vorbild für Schüler_innen und können als Vermittler_innen zwischen Hochschule und Eltern agieren. Sie können, da sie die Sprache der Eltern sprechen und aus eigener Erfahrung auch deren Bedenken kennen, gut vermitteln.Elternabend_1
  • Egemen (links im Bild): „Ich habe schon als junges Mädchen zu Hause die Glühbirnen gewechselt …“
  • Tasnim (rechts im Bild): „Ich war schon immer neugierig und wollte wissen, wie Geräte funktionieren. Jetzt bin ich dabei mit einer Kommilitonin einen 3-D-Drucker zu bauen.“

 

  • Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro der TU Darmstadt
    Es folgten im Juni zwei weitere gemeinsam geplante und durchgeführte Work-shops.
    Der erste Workshop richtete sich an Mentorinnen „Heute Schülerin – morgen Studentin“ (eingebunden in das Projekt: Technik braucht Vielfalt) sowie an Tutor_innen des ITT, die sich bei dem Projekt „Vielfalt leben – vom ihr zum WIR“ engagieren. Ziel dieses Workshops war, in die Rolle und Aufgaben der Mentor_innen einzuführen sowie die Stärkung der Interkulturellen Kompetenz.. Der zweite Workshop „Stärkung Interkultureller Kompetenz“ richtete sich an Mentorinnen und Mentees des Projekts „Big Sister – Mentoring und Networking“. Der Fokus dieses ganztägigen Workshops lag auf dem Thema „Eigen- und Fremdwahrnehmung“ mit dem Ziel das eigene Handeln zu reflektieren und sich festgefahrener Denkmuster (Stereotypen, Vorurteile)  bewusst zu werden, um einen Perspektivenwechsel vornehmen zu können.  

 

  • Treffen mit „Multiplikator_innen“ aus den Communities
    Dank der Offenheit des „Interkulturellen und Internationalen Büros“ der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Fachstelle Jugendberufswegebegleitung des Landkreises Darmstadt/Dieburg, konnten wir im Juli in direkte Gespräche mit Vertreter_innen der Communities treten. Auch hier sind wir sehr offen empfangen worden und das Projekt „Studium + M – für mehr Studierende mit Migrationshintergrund“ stößt auf großes Interesse.

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  • Teilnahme an der Veranstaltung „Tag der Vielfalt – Die Alfred-Delp-Schule im Dialog“
    Am 06. Juli waren wir – im Rahmen unseres Projekts – an das Oberstufengymnasium Alfred-Delp-Schule in Dieburg eingeladen. In vier aufeinanderfolgenden Workshops haben wir mit Schüler_innen an dem Thema „Stereotypen und Vorurteile“ gearbeitet.

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  • Fazit der ersten Monate:
  •  „Studium + M – mehr Studierende mit Migrationshintergrund“ wird in Darmstadt und Umgebung sehr gut aufgenommen. Die Resonanz  ist beachtlich. Ein großer Bedarf an Gesprächen und Informationen seitens der   Eltern von Schüler_innen mit Migrationshintergrund ist offensichtlich.
  • Wie geht es weiter?
  •  In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Soziologie der TU Darmstadt konzipieren wir einen Fragebogen. Wir wollen herausfinden woran speziell in Darmstadt und Umgebung es liegt, dass Schüler_innen mit  Migrationshintergrund ein Studium weniger in Erwägung ziehen.
  •  Wichtig in diesem Zusammenhang sind uns vertiefende Gespräche mit Vertreter_innen und Eltern der Communities.
  • Wir werden die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen des Frauenbüros der TU Darmstadt ausweiten.
  •  Im Oktober findet ein zweitätiger Workshop für unsere Auszubildenden zum Thema „Stärkung der Interkulturellen Kompetenz“ statt
  •  Ganz besonders freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit der „Interessensgemeinschaft Migrantenselbstorganisation Darmstadt“ und ITT (Interkulturelles Tutoren Team des Studentenwerk Darmstadt) im Oktober eine Fahrt nach Erfurt und Buchenwald unternehmen werden. Das Thema ist „Rassismus Gestern und Heute“. Die Idee dazu kommt von der „Interessensgemeinschaft Migrantenselbstorganisation Darmstadt“. Die Exkursion wird u. a. von dem Interkulturellen und Internationalen Büro der Stadt Darmstadt gefördert.

Es gibt viel zu tun, es macht große Freude mit so vielen verschiedenen Menschen der unterschiedlichsten Institutionen ins Gespräch zu kommen und sie zusammenzubringen.
Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden über unser Projekt. Gerne laden wir Sie auch dazu ein, in Diskussion mit uns zu treten. Und selbstverständlich sind wir für Anregungen offen.

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