Vorbereitung unseres ersten Schülertreffens


Unsere freiwilligen Studierenden beim Vortreffen zum ersten Schülerprogramm des Projektes "Studium? Läuft!" Foto: Studierendenwerk Bonn

Unsere freiwilligen Studierenden beim Vortreffen zum ersten Schülerprogramm des Projektes „Studium? Läuft!“ Foto: Studierendenwerk Bonn

Für das Programm bei unserem ersten Schülertreffen brauchten wir Unterstützung. Die Idee war, Studierende aus ihrer Bildungsbiographie erzählen zu lassen, um den Schüler/innen eine Identifikationsfigur bieten zu können. Neben den Bonner InteGREATern halfen uns drei ehrenamtliche Studierende, den Tag mit entsprechendem Programm zu füllen. Damit sich alle Beteiligten kennenlernen und um den Ablauf miteinander abzustimmen, luden wir zu einem Vortreffen ein. Dabei ging es nicht nur um Organisatorisches, sondern auch um Sensibilisierung im Umgang mit Schülern mit Migrationshintergrund.

Nach einer kurzen Vorstellung unseres Projektes und dessen Zielen, stellte Bahar ausgewählte Erkenntnisse aus der Studie „BildungsaufsteigerInnen aus benachteiligten Milieus. Habitustransformation und soziale Mobilität bei Einheimischen und Türkeistämmigen“ von Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani vor. Sie hat ihn, wie bereits berichtet, auf dem Statussymposium der Studienpioniere am 7. Juli in Bonn erlebt – einem Programm, das ebenfalls von der Mercator Stiftung gefördert wird. El-Mafaalani wertete die Bildungswege mehrerer Personen mit Migrationshintergrund aus – den Bildungsaufsteigern, wie er sie nennt. Er fand heraus, dass sie alle gleiche Denk- und Handlungsmuster gemein haben.

So war z. B. eine sehr interessante Erkenntnis des Vortreffens, dass beinahe alle in der Runde El-Mafaalanis Thesen, basierend auf eigenen Erfahrungen, stützten. Vor allem das Pendeln zwischen dem Dasein als Bildungsaufsteiger und den milieubedingten Habitusstrukturen, die man abzulegen bemüht ist, die aber dennoch ein Teil von einem sind. Sich in El-Mafaalanis Feststellungen wiederzufinden, hat noch einmal das Bewusstsein geschärft, dass Personen mit Migrationshintergrund oftmals eine andere Herangehensweise an Bildung haben und folgerichtig anders angesprochen bzw. besonders motiviert werden müssen.

Anschließend führte Raffael Stefanik, Regionalsprecher von InteGREATer Bonn und Trainer der InteGREATer Basisschulung, in das Thema Präsentieren vor Schüler/innen ein. Alle neuen InteGREATer müssen einen solchen Einführungskurs absolvieren, in dem sie praxisorientierte Techniken lernen, wie sie Ihre Geschichte spannend und packend vermitteln. Was normalerweise mehrere Stunden dauert, komprimierte Raffael auf gut eine Stunde – zumindest die wichtigsten Methoden. So solle man sich als präsentierendes Bildungsvorbild über seine Kernbotschaft klar werden, diese beim Vortragen nicht aus den Augen verlieren sowie einen fesselnden Einstieg wählen, um sofort die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Ergebnis einer Denkpause: Was spricht dafür, ein Studium zu beginnen? Foto: Studierendenwerk Bonn

Ergebnis einer Denkpause: Was spricht dafür, ein Studium zu beginnen? Foto: Studierendenwerk Bonn

Bei der Suche nach ehrenamtlichen Studierenden, die Einblick in ihre Bildungsbiografie gewähren, nutzten wir im Übrigen unsere bestehenden Kontakte. So war eine Studentin, die schon einige Male bei anderen Veranstaltungen unserer Abteilung „Soziales | Internationales | Kultur“ mitgewirkt hatte, direkt interessiert, ihre Erfahrungen mit den Schüler/innen zu teilen. Eine andere Studentin fragte eine Freundin, die ebenso von der Idee begeistert war, mit der eigenen Geschichte Schüler/innen womöglich motivieren zu können. Bei der Auswahl der ehrenamtlichen Bildungsvorbilder war uns wichtig, dass sie bereit sind, persönliche Geschichten zu erzählen und möglichst einen Migrationshintergrund haben – wer außer ihnen könnte authentischer auf unsere Zielgruppe wirken?

 

Bericht vom Statussymposium“Studienpioniere“

Studie „BildungsaufsteigerInnen aus benachteiligten Milieus. Habitustransformation und soziale Mobilität bei Einheimischen und Türkeistämmigen“


Über Alina Rudi - Studierendenwerk Bonn

Nach meinem Magisterstudium der Germanistik und Philosophie an der Universität Bonn schlug ich den Weg in die Öffentlichkeitsarbeit ein. Mit Abschluss des Volontariats in der Abteilung Marketing & Kommunikation des Studierendenwerks Bonn, setze ich als eine von zwei Projektleiterinnen das Projekt „Studium + M“ um – auch hier mit Schwerpunkt auf der Kommunikation. Als Aussiedlerin – ich bin in Kasachstan geboren und im Alter von neun Jahren nach Deutschland gekommen –, möchte ich Studierende mit Migrationshintergrund nicht zuletzt anhand eigener Biografie zum Studium ermutigen.

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