Zwei Tage voller Fakten, Teambuilding, Mentoring und Emotionen: Rückblick auf unser Einstiegsseminar für die Bildungsvorbilder


Um unsere neuen ehrenamtlichen Studierenden auf ihre Rolle als Bildungsvorbild vorzubereiten, haben wir ein zweitägiges Einstiegsseminar veranstaltet. Es wurde von Bahar Çakir konzipiert, die sich im Rahmen ihres Studiums der Interkulturellen Kommunikation und Bildung mit der Gestaltung von interkulturellen und ähnlichen Trainings beschäftigt.

Bahar Çakir Alina Rudi

Bahar Çakir (l.) und Alina Rudi (r.) führen durch das Seminar. Foto: Studierendenwerk Bonn / Lars Bergengruen

Die neun Studierenden ließen sich interessiert auf unsere Inhalte ein, die ihnen u. a. die Reflexion der eigenen Bildungsbiografie abverlangten. Schließlich eignet sich die Diagnose der eigenen Hürden am besten, um sich in unsere Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler hineinzuversetzen und ihre Bedürfnisse zu erfassen. Ganz nach dem Motto: Welche Schwierigkeiten gab es bei mir und was hätte mir im Hinblick auf die Aufnahme eines Studiums geholfen? Verschiedene methodische Übungen, wie beispielsweise eine, bei der die Studierenden ihren Bildungsverlauf mit seinen Höhen und Tiefen in eine Matrix malen sollten, halfen dies zu erkennen. Indem die Studierenden diese persönlichen Erfahrungen miteinander teilten, etablierte sich umgehend ein starkes Gruppengefühl. Außerdem wurde durch das intensive Kennenlernen der Wille bestärkt, benachteiligte Schülerinnen und Schüler mithilfe der Rolle als Bildungsvorbild zu unterstützen und etwas gemeinsam zu bewegen.

Im Ergebnis entstand ein sehr offener und herzlicher Austausch, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele Parallelen in den eigenen Biografien entdeckten. Angestoßen wurde die lebendige Diskussion vor allem von den Thesen El-Mafaalanis, die Biografie-Merkmale von jungen Menschen mit Migrationshintergrund beschreiben sowie von Studienergebnissen, die den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer
(Bildungs-)Herkunft belegen.

Der Blick auf die eigenen Hürden legte offen, welche Unterstützung man selbst gebraucht hätte und welche Inhalte man folglich als Bildungsvorbild transportieren könnte, um eine Schülerin oder einen Schüler zu motivieren.

Darüber hinaus haben wir die Studierenden dazu ermutigt, ihre eigenen Ideen in das Pilotprojekt einzubringen und an manchen Projektschritten mitzuwirken, wie beispielsweise an neuen Formaten, die Schülerinnen und Schüler ansprechen usw. Sie konnten sich zu Interessensgruppen zusammenschließen, um gemeinsam Ideen zu sammeln und zu entwickeln. Ein Ergebnis dieser Gruppenarbeit ist beispielsweise eine Rallye für SchülerInnen, die sie durch typische Orte im Studienalltag führt. Erproben werden wir sie zum ersten Mal am 5. Juli mit einem Jahrgang des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums.

 


Über Alina Rudi - Studierendenwerk Bonn

Nach meinem Magisterstudium der Germanistik und Philosophie an der Universität Bonn schlug ich den Weg in die Öffentlichkeitsarbeit ein. Mit Abschluss des Volontariats in der Abteilung Marketing & Kommunikation des Studierendenwerks Bonn, setze ich als eine von zwei Projektleiterinnen das Projekt „Studium + M“ um – auch hier mit Schwerpunkt auf der Kommunikation. Als Aussiedlerin – ich bin in Kasachstan geboren und im Alter von neun Jahren nach Deutschland gekommen –, möchte ich Studierende mit Migrationshintergrund nicht zuletzt anhand eigener Biografie zum Studium ermutigen.

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